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Motorrad

Motorradkette pflegen: reinigen, schmieren, kontrollieren

Wann und wie du die Kette deines Motorrads reinigst und schmierst – und woran du erkennst, dass ein neuer Kettensatz fällig ist.

Symbolbild · StockSnap.io, CC0 1.0 (Public Domain)

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Inhaltsverzeichnis
  1. Wie oft pflegen?
  2. Schritt 1: Reinigen
  3. Schritt 2: Schmieren
  4. Schritt 3: Kontrollieren
  5. Was sonst noch zur Routine passt
  6. Kurz zusammengefasst

Die Antriebskette ist eines der am stärksten beanspruchten Bauteile am Motorrad. Sie überträgt die gesamte Motorkraft aufs Hinterrad und ist dabei Regen, Staub und Streusalz ausgesetzt. Regelmäßige Pflege hält sie geschmeidig, verlängert die Lebensdauer von Kette und Ritzeln und sorgt für einen ruhigen Lauf. Der Aufwand ist überschaubar.

Wichtig: Maßgeblich sind immer die Angaben im Handbuch deines Motorrads – zu Pflegeintervallen, Kettendurchhang und Schmiermittel. Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick. Wenn du dir unsicher bist, lass die Kette in einer Werkstatt prüfen.

Wie oft pflegen?

Feste Kilometerangaben unterscheiden sich je nach Hersteller und Kettenart. Als Faustregel gilt: Schmieren in regelmäßigen Abständen laut Handbuch, zusätzlich nach jeder Regenfahrt und nach dem Waschen des Motorrads. Gründlich reinigen, wenn sich sichtbar Schmutz und altes Fett angesammelt haben. Wer viel bei Nässe oder auf staubigen Wegen fährt, pflegt häufiger.

Die meisten modernen Motorräder haben O-, X- oder Z-Ring-Ketten. Bei ihnen ist das Fett in den Gelenken durch Dichtringe eingeschlossen. Die äußere Pflege schützt vor allem die Dichtringe und die Rollen vor Verschleiß und Rost.

Schritt 1: Reinigen

Altes Fett bindet Sand und Schmutz und wirkt dann wie Schleifpaste. Deshalb vor dem Schmieren reinigen:

  1. Motorrad sicher abstellen, am besten auf einem Montageständer, damit sich das Hinterrad frei drehen lässt. Motor aus – die Kette nie bei laufendem Motor reinigen oder schmieren.
  2. Einen speziellen Kettenreiniger aufsprühen, der für Dichtringketten geeignet ist, zum Beispiel Motul C1 Chain Clean Kettenreiniger, 400 ml*. Ungeeignete Lösungsmittel oder Bremsenreiniger können die Dichtringe angreifen.
  3. Kurz einwirken lassen und mit einer Kettenbürste den gelösten Schmutz entfernen. Eine Bürste wie die Dr. Wack S100 Kettenbürste* erreicht auch die Zwischenräume.
  4. Reste mit einem sauberen Lappen abwischen und die Kette trocknen lassen. Hochdruckreiniger nicht direkt auf die Kette richten – der Strahl kann Wasser an den Dichtringen vorbei drücken.

Achte darauf, dass weder Reiniger noch Kettenfett auf Reifen oder Bremsscheibe gelangen. Ein Stück Pappe oder ein Lappen als Spritzschutz hilft.

Schritt 2: Schmieren

  1. Kettenspray gezielt von innen auf die Rollen und seitlich auf die Dichtringe sprühen, während du das Hinterrad langsam von Hand drehst.
  2. Sparsam arbeiten: Zu viel Fett wird vom Rad abgeschleudert und verschmutzt Felge und Schwinge.
  3. Das Spray laut Herstellerangabe ablüften lassen, bevor du losfährst. Viele Kettensprays brauchen einige Minuten, bis sie haften.

Ideal ist es, die Kette nach einer kurzen Fahrt zu schmieren, wenn sie noch handwarm ist – dann verteilt sich das Fett besser. Für Straßenmotorräder ist ein Sprühfett wie das Motul C2 Road Kettenspray, 400 ml* gedacht.

Schritt 3: Kontrollieren

Bei jeder Pflege lohnt ein prüfender Blick:

  • Kettendurchhang: Die Kette braucht etwas Spiel, damit sie beim Einfedern nicht unter Spannung gerät. Den richtigen Wert und die Messstelle nennt das Handbuch, oft steht er auch auf einem Aufkleber an der Schwinge. Eine zu straffe Kette belastet Lager und Getriebe, eine zu lockere kann abspringen.
  • Steife Glieder: Bleiben einzelne Glieder beim Drehen geknickt, ist die Kette verschlissen oder innen trocken.
  • Ritzel und Kettenrad: Spitz zulaufende oder hakenförmige Zähne sind ein Zeichen für Verschleiß.
  • Abziehtest: Lässt sich die Kette hinten am Kettenrad deutlich vom Zahn wegziehen, ist sie gelängt.

Kette, Ritzel und Kettenrad werden üblicherweise als Satz getauscht. Eine neue Kette auf alten Zahnrädern verschleißt schnell.

Was sonst noch zur Routine passt

Wenn das Motorrad ohnehin auf dem Ständer steht, ist auch der Reifendruck schnell geprüft – am besten bei kalten Reifen und mit den Werten aus dem Handbuch. Ein digitaler Prüfer wie der MICHELIN Reifendruckprüfer digital* misst zusätzlich die Profiltiefe. Und wer im Freien parkt, schützt Kette und Technik mit einer Abdeckplane vor Regen.

Kurz zusammengefasst

  • Regelmäßig nach Handbuch schmieren, zusätzlich nach Regen und Wäsche.
  • Vor dem Schmieren reinigen – mit Reiniger, der für Dichtringketten geeignet ist.
  • Sparsam sprühen, ablüften lassen, Reifen und Bremse sauber halten.
  • Durchhang und Verschleiß kontrollieren; Kettensatz komplett tauschen.

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